Wandel braucht Öffentlichkeit und den Mut, ihn zu zeigen!

Auf der diesjährigen com:bau – Vorarlbergs größter Baumesse für zukunftsfähiges Bauen, Sanieren und Wohnen – luden Clarissa Rhomberg und ZirkuLIE zu einem Podium mit Strahlkraft, getragen von vier starken Speakerinnen. Im Zentrum stand eine Frage, die aktueller kaum sein könnte: Wie kommen wir beim zirkulären Bauen vom Wissen ins Tun?

Andrea Kessler (Gründungsmitglied materialnomaden), Bettina Steindl (GF CampusVäre), Verena Jakoubek-Konrad (Leiterin VAI / Mit-Initiatorin HouseEurope) und Dr. Clarissa Rhomberg (Projektleitung ZirkuLIE / Stiftung Lebenswertes Liechtenstein) diskutierten darüber, wie sich die Bauwende konkret gestalten lässt – aus Sicht der Praxis, Forschung und Entwicklung.

Bettina Steindl resümiert:

„Ein Podiumsgespräch über die Zukunft des Bauens mit vier Expertinnen – auch im Jahr 2026 eine Besonderheit – und deshalb besonders erfreulich. Jede von uns brachte eine Expertise in die Diskussion ein, die das Thema des zirkulären Bauens über unterschiedliche Aspekte beleuchtete. Die Zusammenarbeit von Institutionen und das Zusammentragen von Erfahrungen, die Praxis und die Forschung gemeinsam bringen Impulse, vermitteln Wissen und tragen das Thema in die Breite. 

Andrea Kessler zeigt mit den materialnomaden sehr konkret, wie Materialien im Bestand erfasst und wiederverwendet werden können. Da geht es um Prozesse, um Werkzeuge, um Umsetzbarkeit. Verena Jakoubek-Konrad richtet den Blick auf den größeren Rahmen – auf den Bestand als gesellschaftliche Aufgabe und darauf, welche politischen und strukturellen Voraussetzungen es dafür braucht. Und mit ZirkuLIE wird genau dieser Austausch organisiert und weitergetragen – als Netzwerk, das unterschiedliche Akteur:innen zusammen- und das Thema in die Breite bringt.

Mit der Transformation ehemaliger Industriehallen in einen zeitgemäßen Arbeitsplatz für Kreative, Innovationswillige, Künstler:innen und Studierende ist die CampusVäre ein Reallabor für zirkuläres Bauen: Hier arbeiten wir im Bestand und nutzen, was da ist. Neue Nutzungskonzepte entstehen, während die Industriearchitektur der ehemaligen Sägenhallen spür- und sichtbar bleibt. Dabei gibt es natürlich Herausforderungen – gemeinsam mit dem Planungsteam wird ständig abgewogen, recherchiert, neu gedacht und lösungsorientiert gehandelt.

Die Bauwende kann nur gemeinsam gelingen!

Uns allen war beim Podiumsgespräch auf der com:bau bewusst: Die Bauwende kann nur gemeinsam gelingen! Es braucht dieses Zusammenspiel aus Praxis, Politik, Forschung, Strategie und Vermittlung. Dafür sind Räume für gemeinsames Ausprobieren und Austausch entscheidend. Räume, in denen unterschiedliche Haltungen sichtbar werden, in denen diskutiert und weitergedacht wird. Denn Wandel entsteht nicht im Alleingang – er entsteht im Dialog, er braucht Öffentlichkeit. Und den Mut, ihn zu zeigen. Vor diesem Hintergrund ist die CampusVäre eine echte Blaupause für verantwortungsvolle und zukunftsorientiere Stadtentwicklung – wie großartig, ein Teil davon sein zu dürfen!“